2016-09-13
Köln ist eine Millionenstadt, und doch befinden sich viele Sehenswürdigkeiten nur wenige Schritte voneinander entfernt. In der „Fünften Jahreszeit" kann man eine der bekanntesten Attraktionen gar nicht übersehen.
Der Kölner Dom
„Mer losse d'r Dom en Kölle, denn do jehöt hä hin", singt die Kölner Band Bläck Fööss (die „Nackten Füße") in einem ihrer berühmten Karnevalslieder. Auf Hochdeutsch heißt das: „Wir lassen den Dom in Köln, denn da gehört er hin". Die Kölner und ihr Dom – das ist eine ganz besondere Beziehung. Mit seinen 157 Metern Höhe ist er aus allen Teilen der Stadt zu sehen.
Der Kölner Dom ist die dritthöchste Kirche der Welt (von 1880 bis 1884 war er sogar das höchste Gebäude weltweit) und zugleich die touristische Hauptattraktion der Stadt: Etwa sechs Millionen Besucher wollen das gotische Bauwerk jedes Jahr sehen. Damit ist das Unesco-Weltkulturerbe die beliebteste Sehenswürdigkeit Deutschlands.
Die Geschichte des Doms reicht weit zurück: Im Jahre 1164 raubte der Erzbischof Rainald von Dassel in Italien die angeblichen Gebeine der Heiligen Drei Könige und brachte sie nach Köln in den Vorgängerbau des heutigen Doms. Doch weil zu viele Pilger diese wertvolle Reliquie sehen wollten, wurde der alte Dom abgerissen. An seiner Stelle wurde 1248 der Grundstein für den neuen Kirchenbau gelegt. Es dauerte fast 650 Jahre, bis der Dom nach einem jahrhundertelangen Baustopp in seiner heutigen Form fertiggestellt wurde: Seit 1880 stehen seine charakteristischen Türme, Kaiser Wilhelm I. feierte ihre Vollendung.
Eine Attraktion für Besucher ist der Aufstieg auf die Domspitze. Wer schwindelfrei ist, genießt hier einen wunderschönen Blick über die „Domstadt". Die weniger Mutigen können die Schatzkammerbesuchen oder den Dreikönigsschrein. Wer lieber die moderne Kunst mag, sollte sich das „Richter-Fenster", ein Werk des Kölner Künstlers Gerhard Richter, anschauen. Seit 2007 schmückt es den Dom und hat für viele Kontroversen gesorgt.
Altstadt/Martinsviertel
Wer Köln besucht, muss sich die Altstadt anschauen. Der Kern des Martinsviertels – von den Kölnern „Altstadt" genannt – liegt an der Stelle einer ehemaligen Rheininsel. Die wurde im 10. Jahrhundert zugeschüttet, und im 12. Jahrhundert wurde die romanische Kirche „Groß St. Martin" gebaut, die bis heute neben dem Dom das Stadtbild prägt und auf fast jeder typischen Köln-Postkarte zu sehen ist.
Besonders schön sind die kleinen, mittelalterlich anmutenden Gassen mit ihren Geschäften, Cafés und Kneipen. Wer sich für die römische Geschichte der Stadt interessiert, sollte das „Römisch-Germanische Museum " besuchen, unmittelbar neben dem Dom. Das „Museum Ludwig" zeigt Kunstinteressierten Werke aus neuerer Zeit, und die Kölner Philharmonie bietet Kultur fürs Ohr.
Schön ist auch die Rheinpromenade, ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Inline-Skates. Das „Hänneschen-Theater " zeigt Puppentheater auf Kölsch, und wer sich lieber in ein Restaurant setzt, findet in der Altstadt reichlich Auswahl. Ihre südliche Grenze ist die Deutzer Brücke und der Heumarkt.
Direkt um die Ecke befinden sich zwei Bauwerke, die von den einst stolzen und wohlhabenden Kölner Bürgern erbaut wurden: der Gürzenich – die alte städtische Festhalle aus dem 15. Jahrhundert – und das Kölner Rathaus, das zu den ältesten Deutschlands zählt. Sehenswert sind hier der Hansesaal aus dem 14. Jahrhundert, der gotische Turm und das Renaissance-Portal. Auf dem Rathausvorplatz schließlich stößt man auf die Überreste einer der größten mittelalterlichen Judenviertel nördlich der Alpen: Hier kann man eine Mikwe – ein rituelles jüdisches Bad –aus dem 12. Jahrhundert besichtigen.
Kölner Karneval
Karneval gibt es an vielen Orten in Deutschland. Aber im Rheinland ist er besonders wichtig und in Köln natürlich am schönsten. So sehen es jedenfalls die Kölner. Die „Fünfte Jahreszeit" beginnt am 11.11. um 11.11 Uhr, und sie dauert bis zum Aschermittwoch des folgenden Jahres. Gefeiert wird das erste Mal im November, danach geht es erst mal ruhiger weiter.
Im Januar wird der Karnevalsprinz ernannt, und es beginnt die Zeit der Sitzungen und Karnevalsbälle. Der „richtige" Straßenkarneval wird dann an Weiberfastnacht (auf Kölsch heißt das „Wieverfastelovend") meist im Februar eröffnet. Von Donnerstag bis Dienstagabend steht Köln dann Kopf. Es wird gefeiert, getrunken, geschunkelt, gesungen, getanzt und getrommelt. Wer den Karneval nicht mag, kann jetzt nur noch die Stadt verlassen. In den Straßen, in Straßenbahnen, in Kneipen und Cafés sind fast alle Menschen verkleidet. Viele Traditionen gibt es im Karneval, aber das Wichtigste ist: Man muss dabei sein.
Ob am Sonntag bei den „Schull- und Veedelszöch" (den „Schul- und Viertelszügen"), abends in den Kneipen oder beim Höhepunkt, dem Rosenmontagszug: Es hilft nur Feiern oder Flucht. Nur ganz selten findet der Rosenmontagszug nicht statt: So wurde er 1991 als Reaktion auf den zweiten Golfkrieg abgesagt. Den ersten offiziellen Rosenmontagszug gab es schon 1823. Seitdem gibt es auch das sogenannte Kölner Dreigestirn: den Prinzen, die Jungfrau – die von einem Mann dargestellt wird – und den Bauern.
Jedes Stadtviertel feiert seinen eigenen Karneval, und es gibt viele Karnevalsgesellschaften. Berühmt sind z. B. die „Roten Funken" und die „Blauen Funken", deren Uniform eine Parodie auf die ehemaligen preußischen Herrscher ist.
Der Karneval endet mit der Verbrennung des „Nubbels". Der nimmt alle Sünden auf sich, die von den Karnevalisten während der närrischen Tage begangen worden sind. „Am Aschermittwoch ist alles vorbei . . ." wird dann gesungen – und man muss über acht Monate warten, bis der Kölner Karnevalsgruß wieder ertönt: „Kölle Alaaf!"
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2016/9/14 15:03:09
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