2015-08-26
Mit Ute Wegmann:
Mein Gast heute, zum ersten Mal auf den " Besten 7" , der monatlichen Bestenliste des Deutschlandfunks,
ist allerdings mit all seinen Romanen auf den Bestsellerlisten vertreten.
Sein Debüt " Mieses Karma" - in der 36. Auflage - ist eine Million mal verkauft.
Es folgten " Jesus liebt mich" , " Plötzlich Shakespeare" , " Happy Family" , " Muh" .
Er schrieb zahlreiche Drehbücher.
Seine Fernsehformate " Berlin, Berlin" , " Nikola" oder " Mein Leben und ich" bestechen durch starke Dialoge, Witz und ein gutes Timing.
David Safier ist der Mann, der sich hinter den genannten Titeln verbirgt.
Jahrgang 66, Bremer, Bestsellerautor.
David Safier, und vermutlich Werder-Fan, oder?
David Safier: Ja, natürlich.
Werder-Fan, durch dick und dünn.
Und auch sozialisiert worden mit Abstieg, als ich Kind war.
Ich bin vieles gewohnt.
Wegmann: Ihre Protagonisten sind Frauen, Ich-Erzählerinnen, deren Alltag und Probleme Sie amüsant und glaubwürdig darstellen.
Sind Sie ein Frauenversteher?
Safier: Ich hab so eine Ansicht, die relativ unpopulär ist.
Ich glaube ja, dass Männer und Frauen gar nicht so unterschiedlich sind.
Das wird sie vielleicht überraschen: Auch wir Männer haben Gefühle.
Wir können sie nur nicht so gut ausdrücken.
Es ist einfacher aus der Perspektive einer Frau zu schreiben, den sie sprechen über Gefühle.
Männer nicht.
Wegmann: Wer beschenkte Sie mit Ihrem Humor?
Safier: Den hab ich von meinem Vater.
Der ist Jahrgang 1915 und ist als junger Mensch immer ins Kabarett in Wien gegangen und er war da Claqueur,
das heißt, er hat angeklatscht und durfte dafür umsonst ins Publikum kommen.
Er hat immer von diesen Kabarettbesuchen erzählt und wie wunderbar das war.
Wegmann: Sie überraschen in diesem Frühjahr mit einem Roman, der ganz anders ist als die Vorgänger.
" 28 Tage lang" – ein Roman über den Widerstand im Warschauer Ghetto im Jahr 1942, erzählt aus der Perspektive der 16-jährigen Jüdin Mira.
Was verbindet Sie mit dem Thema Warschauer Ghetto?
Safier: Mein Vater war Jude, seine Eltern auch.
Meine Großeltern sind im Holocaust umgekommen, mein Großvater in Buchenwald, meine Großmutter im Ghetto von Lodz.
Dadurch hat mich das Thema Holocaust mein Leben lang begleitet.
Und das Warschauer Ghetto hat mich seit über 20 Jahren fasziniert, weil sich da junge Menschen gewehrt haben.
Wegmann: Haben Sie diesen Roman ausdrücklich für Jugendliche geschrieben?
Safier: Der Roman wendet sich an alle Altersgruppen.
Aber ich wollte unbedingt, dass Jugendliche dazu Zugang finden. Es ist ein Buch, das sich als Jugendbuch eignet.
Meine Heldin ist 16 und somit eine starke Identifikationsfigur für junge Leute.
Ich wollte einen Roman schreiben, der noch mal anders über den Holocaust berichtet: emotional, spannend.
Ich wollte, dass Jugendliche sagen:
Dieses Buch ist spannend, ich möchte es lesen, obwohl ich mich normalerweise für das Thema nicht interessiere.
Wegmann: Wie unterschied sich der Schreibprozess?
Safier: Durch zwei Sachen.
Zum einen gibt es eine ganz, ganz intensive Recherchearbeit, die hatte ich bei den heiteren Büchern nicht.
Ich habe monatelang Erinnerungen gelesen, alles Mögliche zum Warschauer Ghetto zusammengetragen, um zu recherchieren, wie der Alltag war.
Zum Beispiel, wann hat ein Ei wieviel gekostet. All diese Dinge hab ich mir angeguckt.
Und das andere ist, wenn man emotional und packend schreiben möchte, ist es etwas anderes, als wenn man humoristisch schreiben möchte.
Man ist selber in einer anderen Situation. Es ist ein intensiveres Schreiben.
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