2016-02-20
Jia Yong wirbt hier lautstark für sein " Luzhu-Restaurant" .
Luzhu ist die Abkürzung für die Beijinger Spezialität „Luzhu Huoshao" , kleingehackte Schweinsinnereien mit Weizenbrot. Sie ist eine traditionelle Delikatesse Beijings und vor allem in der Wintersaison sehr beliebt. An den Wänden des Restaurants von Jia Yong hängen unzählige Fotografien der Beijinger Hutongs. Einige Gäste betrachteten die Räumlichkeiten gar als Galerie, so Jia Yong schmunzelnd.
Bereits ab Mitte der 1980er Jahre wandte sich Jia Yong als Laie der Malerei und Fotografie zu. Bewanderte Künstler empfahlen ihm, das anfangs sehr umfassende Themenspektrum einzugrenzen. So beschloss Jia Yong, sich mit seinen Bildern speziell den Hutongs zuzuwenden. Er erläutert: " Ich bin in Hutongs geboren und aufgewachsen. Mit der Kamera wollte ich die Art der alten Hutongs festhalten, insbesondere die Portale und Innenhöfe in Beijing. Inzwischen ist über die Hälfte der Hutongs abgerissen und auch die ursprünglichen Bewohner sind fortgezogen. "
Jia Yongs digitale Bildersammlung auf seinem Computer zeigt unzählige Hutongs, die heute nicht mehr existieren. Viele der Bilder sind untrennbar mit seinen Kindheitserinnerungen verknüpft. Jia Yong verweist auf ein Familienporträt: " Das Bild zeigt eine Szene in der heißesten Zeit des Jahres in einem der Beijinger Hutongs. Selbstredend hatte die dort wohnende Familie keine Klimaanlage. Auf dem Bild sitzt ein alter Mann im Durchgang des Wohnhofs, um der quälenden Hitze zu entkommen. Es ist eine typische, sommerliche Szene der Beijinger Hutongs. "
Jia Yong hat durch sein Objektiv das Leben mehrerer Generationen und über 100 Beijinger Hutongs verewigt. Er will auf diese Weise das Leben in der chinesischen Hauptstadt dokumentieren und zugleich dem Ausland das alte Beijing näher bringen. Jia Yong träumt davon, seine Werke auf der internationalen Fotoausstellung „Ich liebe Beijing" vorstellen zu dürfen. Auf dem 2011 erstmals veranstalteten Ereignis zeigen in- und ausländische Künstler Szenen des Alltagslebens in der chinesischen Hauptstadt. Die Ausstellung findet einmal jährlich statt und stößt beim Publikum auf ein positives Echo.
Jia Yong möchte mit seinen Fotos so gut wie möglich die alten Traditionen seiner Heimat Beijing festhalten. Er befürchtet, dass die Kultur der Hauptstadt samt ihrer traditionellen Hutongs bald in Vergessenheit geraten könnte. Mit seiner Kunst wird er auch in Zukunft mit aller Kraft zur Bewahrung der faszinierenden Vergangenheit Beijings beitragen.
2016/3/5 14:44:14
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