2015-04-18
M: Guten Abend, liebe Hörerinnen und Hörer. Heute haben wir Herrn Ulrich Klotz im Studio, der uns etwas über die neue Arbeitsform SOHO berichten wird. Herr Klotz ist Wirtschaftsexperte und arbeitet als Professor an der Universität Mainz. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Informationsgesellschaft und Zukunft der Arbeit. Herr Klotz, können Sie unseren Hörern zuerst erläutern, was „SOHO" eigentlich bedeutet?
K:Das Wort „SOHO" ist eine Abkürzung aus dem Englischen und steht für „Small Offices and Home Offices" , das heißt auf Deutsch „in kleinen Büros oder zu Hause arbeiten. " Diese Arbeitsform gibt es erst seit wenigen Jahren und sie existiert vor allem im Dienstleistungsbereich, wie z. B. Übersetzungsdienst, Erstellung von Bauplänen, Computerberatung oder Textverfassungs- und Schreibdienst. Diese Arbeit wird meistens am Computer gemacht. Man kann also auch von zu Hause aus arbeiten und die Aufträge von Unternehmen oder privaten Haushalten erledigen, ohne in ein Büro im traditionellen Sinne gehen zu müssen.
M:Was bedeutet diese Veränderung für die Arbeitnehmer?
K:Mit Hilfe der Computer- und Telekommunikationstechnik können nun viele Tätigkeiten von den Zwängen, die die Industrialisierung mit sich brachte, befreit werden. Das heißt, die Arbeitnehmer sind nicht mehr gezwungen, in einem bestimmten Raum oder in bestimmten Zeitabständen zu arbeiten. Stattdessen können sie überall und jederzeit ihre Arbeit erledigen, wie es ihnen gerade passt. Sie können also ihre Arbeitszeit selbst regeln. Dabei werden die Grenzen zwischen Arbeits- und Freizeit, Wohnort und Arbeitsraum, Lernen und Arbeiten sowie zwischen abhängiger und selbständiger Beschäftigung zunehmend unscharf, also nicht mehr klar voneinander getrennt. Mit einem Wort: Statt Menschen zur Arbeit zu transportieren, kann man den Arbeitsgegenstand „Information" per Internet zu den Menschen bringen.
M:Was sind die typischen Merkmale der Arbeit in einer Informationsgesellschaft?
K:Die typischen Merkmale der neueren Arbeit sind, Daten in Bedeutung und in Wissen umzuwandeln. Durch die zunehmende Automatisierung von Routinetätigkeiten erhöht sich der intellektuelle Gehalt der Arbeit. Das heißt, sie erfordert zunehmend die Fähigkeit, Informationen zu verstehen, auf sie zu reagieren, sie zu verwalten - und natürlich auch, mit so vielen Informationen effektiv umgehen zu können. Laut aktuellen Prognosen werden schon in Zukunft vier Fünftel aller menschlichen Arbeit aus dem Umgang mit Information bestehen: beraten, informieren, forschen, entwickeln, organisieren, vernetzen, managen, recherchieren, gestalten und präsentieren - das alles sind typische Formen der zukünftigen Arbeit.
M:Das hört sich alles sehr vielversprechend an, gibt es da auch Nachteile?
K:Jede Veränderung hat Licht- und Schattenseiten. Wenn man überall und jederzeit arbeiten kann, dann heißt " Nie mehr ins Büro" auch manchmal " Nie mehr Feierabend" . Wenn Menschen nach dem Arbeitsergebnis und nicht mehr nach der Anwesenheitszeit bezahlt werden, dann passiert Ähnliches. Mit anderen Worten: Wir müssen erst lernen, mit den neuen Freiheiten sinnvoll umzugehen.
M:Wir danken Ihnen ganz herzlich für Ihre Informationen, Herr Klotz.
2015/4/22 22:05:33
2015/4/24 9:44:59
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