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2017-02-27
Jedes Jahr wird im Rheinland zu Karneval auf den Straßen, in den Kneipen und in den Festsälen ausgiebig gefeiert. Doch jecke Partys sind längst nicht jedermanns Geschmack. Denn Arten zu feiern gibt es viele.
Eigentlich war es ein großartiger Plan: Die ganze Familie sollte zusammenkommen, um zu feiern. Ausgesucht hatte man sich das Karnevalswochenende, denn da ist in Bonn sowieso viel los. Doch, wie sie da alle so um den großen Küchentisch sitzen, Oma, Opa, Tante, Onkel, Sohn, Tochter, Vater und Mutter, können sie sich einfach nicht einigen, wie sie nun am besten feiern sollen.
Karneval für alle
„Also, für mich ist das ganz klar," , sagt der Vater, „wir gehen zum Karneval. Es muss ja keine Sitzung mit Büttenreden und Weinzwang sein. Aber eine Karnevalsparty, wo man tanzen kann und aktuelle Bands spielen, das sollte doch wohl jedem gefallen."
Und soll ich euch was sagen: Die haben sich echt gewandelt, diese Events. Es sind nicht mehr steife Festlichkeiten wie früher, sondern, wie bei einer Party üblich, geht's locker zu. Man kann sich kostümieren, muss es aber nicht, es wird zu aktueller Musik getanzt und nicht bloß geschunkelt, man darf sogar eigenes Essen oder Getränke mitbringen."
Bottle Partys und Rock'n Roll
„Ja", meint die Oma, „das klingt ja wie bei uns in den 1960er Jahren. Als wir jung waren, wollten wir auch schon lockerer sein als unsere Eltern mit ihren steifen Bällen und Tanzvergnügen. Wir nannten das damals Flaschenfete oder später Bottle Party. Jeder brachte das zu essen oder zu trinken mit, was er hatte oder erübrigen konnte. Und es wurde Rock'n Roll getanzt. Da haben wir ganz schön die Sau rausgelassen."
„Doch dann wollten wir diese spontanen Lustbarkeiten regelmäßig haben und haben uns Partykeller ins Haus gebaut, mit Lichtorgel, Zapfanlage und Barhockern", regt sich der Opa auf. „Und wer hat drin gefeiert? Niemand. Ich hatte die ganze Arbeit mit dem Einrichten und später wurden die Partykeller zu Rumpelkammern."
After Work und Ü70
„Ist ja gut", meint die Oma, „aber Spaß haben wir heute noch! Oder hast du schon vergessen, was für ein rauschendes Fest diese Ü70-Party war, zu der wir letzte Woche gegangen sind!" „Ihr könnt's euch ja leisten", meint die Tante. „Wenn wir mit den Kollegen in der Firma nach Dienstschluss zur After-Work-Party gehen, dann gibt es da zwar auch Getränke und Musik, aber mit den Kollegen feiern hat auch was Zwanghaftes. Die Partylocation ist zwar stylish, doch man redet die ganze Zeit über die Arbeit. Und so richtig Stimmung kommt da nicht auf."
„Brauchst ja nicht hingehen", meint der Onkel. „Mir sind Spontanfeten auch lieber. Man kann sich doch heute so wunderbar über Soziale Netzwerke einladen. Und wenn ich sehe, wie sich die Jugendlichen über Facebook verabreden und da plötzlich mehrere hundert Leute zusammenkommen zu einem Party Flashmob, da kann ich schon neidisch werden. Vor 30 Jahren hätten wir dazu gesagt: Da steppt der Bär!"
Pyjama -Party und Hip-Hop Jam
„Was ist denn jetzt mit der Pyjama-Party, Mama?" , fragt die 13-jährige Tochter. „Also, ich will da hin. Und meine Freundinnen dürfen dann auch an meinem Geburtstag bei mir übernachten. Und außerdem: Mit Erwachsenen feiern ist echt peinlich."
„Ich bin dann auch weg", wirft der 18-jährige Sohn ein. „Weiß noch nicht, ob ich auf 'ne Lan-Party gehe, die sind ja selten geworden heute, oder zu dieser Hip-Hop Jam. Die wollen da in unserem Stadtviertel 'ne richtige Blockparty wie in den USA machen, so mit Rap Battle und allem." „Also nochmal", meint der Vater, „ich bin für Karneval. Wenn ich euch so erzählen höre, verbindet der doch alle Partyelemente, die euch gefallen. „Schöne Ausschweifung", meint der Sohn. „Genau das richtige für euch ‚Uhus', also, ohne mich!" schmollt die Tochter. „Uhu?" , fragen Opa und Oma beinahe gleichzeitig. „Unter Hundert", kommt es aus dem Mund von Vater und Mutter.
Fiere, fiere, fiere!
„Okay", vermittelt die Mutter, „aber wir Erwachsenen ziehen doch wohl zusammen los, oder? Erst schauen wir mal, was im Straßenkarneval los ist, dann gehen wir auf die Karnevalsparty und, wenn unsere rüstigen Rentner dann immer noch nicht genug haben, können sie uns ja noch in eine Disco oder – wie man wohl heute sagt – in einen Club abschleppen. Die Hauptsache ist doch, dass wir feiern. Also: Loos mer fiere, nit lamentiere, wie es auf Kölsch heißt."
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