2015-07-29
Das Ruhrgebiet liegt im Westen Deutschlands. Nicht gerade eine schöne Gegend sagen Leute, die hier nicht zu Hause sind. Viel Industrie, Autolärm, Kohlendreck. Aber das ist nur eine Seite. Viele Zechen - also Bergwerke - sind stillgelegt. Der Ruhrpott hat sich gewandelt. Auch hier ist die Landschaft schön. Aber die Städte sind längst zusammengewachsen: Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen . . . auf der Karte sieht das Ruhrgebiet aus wie eine einzige riesige Großstadt. Und mitten im Ruhrpott wurde früher ein Krimi gedreht. Der „Tatort" mit Kommissar Schimanski. Ein ziemlich polnisch klingender Name! Sie werden im Ruhrgebiet viele davon finden. Man könnte sagen: Das Ruhrgebiet ist ein bisschen polnisch. Und das ist eine ziemlich komplizierte Geschichte. Sie beginnt schon vor 150 Jahren:
Im Deutschen Reich entstehen Bergwerke und Fabriken. Arbeitskräfte fehlen. Das lockt auch Menschen aus den preußischen Ostgebieten an. Damals gibt es keinen polnischen Staat. Immer mehr Menschen aus dem Osten suchten ihr Glück im Westen. Darunter viele, die polnisch sprachen und sich polnisch fühlen. Aber auch masurisch oder kaschubisch sprechende Leute hoffen im Kohle-Revier auf gut bezahlte Arbeit und ein bisschen Wohlstand. Obwohl diese Leute zum großen Teil Preußen sind, werden sie aber von den Einheimischen gemieden. Sie wohnen in eigenen Vierteln, leben ihre eigene, vorwiegend katholische Kultur haben eigene Vereine und sogar eine eigene Gewerkschaft. Sie werden als Ruhrpolen bezeichnet und als Pollacken beschimpft.
Und sportlich sind sie! Ihre Namen finden sich auf den Spielerlisten beim Fußballclub Schalke 04. 1934 - die Nazis sind schon an der Macht - wird Schalke Deutscher Meister und die polnische Presse jubelt: „Triumph der Spieler von Schalke 04, der Mannschaft unserer Landsleute" .
Wer nicht als Pole gelten will, lässt seinen Namen eindeutschen, oder zumindest deutsch schreiben. Das Hitlerregime setzt die Deutschen mit polnischem Hintergrund weiter unter Druck. Wer sich nicht anpasst wird kaltgestellt. Von rund 500 Tausend Ruhrpolen Anfang des 20. Jahrhunderts bleibt nach dem zweiten Weltkrieg nur noch eine vergleichsweise kleine polnische Gemeinde übrig.
Heute gibt es im deutschen Fußball immer noch polnisch klingende Namen. Am bekanntesten - Lukas Podolski. Seine Vorfahren stammen aber nicht aus dem Ruhrpott sondern wirklich aus Polen. Wenn Sie aber mal ins Ruhrgebiet fahren, dann schauen Sie nach polnischen Namen im Telefonbuch oder an Klingelschildern . . . es sind noch viele zu finden.
Und genau deshalb hieß der Krimi-Kommissar aus Duisburg auch Schimanski - Horst Schimanski.
2015/8/9 22:24:26
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