2016-04-26
„Wir sind das Volk! " – diesen Ruf konnte man im Herbst 1989 jeden Montag in der Leipziger Innenstadt hören. Die Demonstrationen fanden später auch an anderen Orten statt und waren der Anfang vom Ende der DDR.
Angefangen hat alles mit wöchentlichen Friedensgebeten in der Leipziger Nikolaikirche, die bereits seit den frühen 80er Jahren abgehalten wurden. Ab September 1989 wurden diese Gebete immer politischer: Die Teilnehmer drückten nun ihre Unzufriedenheit mit den politischen Verhältnissen in der DDR aus. Am 4. September 1989 demonstrierten Bürgerrechtler nach einem Friedensgebet mit Plakaten und Transparenten für Demokratie, Pressefreiheit und offene Grenzen. Dieser Tag gilt als Beginn der sogenannten Montagsdemonstrationen.
Von nun an zogen Woche für Woche mehr Demonstranten durch die Leipziger Innenstadt. Sie riefen „Freiheit, freie Wahlen! " , „Wir sind das Volk! " oder „Keine Gewalt! " In den Nachrichtensendungen Westdeutschlands wurde ausführlich über die Demonstrationen berichtet. Das Bildmaterial dazu musste aus dem Land geschmuggelt werden.
Die DDR-Führung versuchte früh, gegen die Protestierenden vorzugehen. Am 11. September nahmen Sicherheitskräfte 89 Demonstranten fest. Dennoch demonstrierten am 25. September wieder bis zu 8000 Menschen für demokratische Reformen. Mit brutaler Gewalt reagierte die DDR-Führung auch bei den Demonstrationen am 7. Oktober, dem 40. Jahrestag der DDR, als mehrere zehntausend Menschen im ganzen Land auf die Straße gingen.
In der Folgezeit, vor allem am 9. Oktober, wuchs die Angst vor einer militärischen Niederschlagung der Demonstrationen in Leipzig, doch angesichts von 70. 000 Menschen am 9. Oktober und sogar 120. 000 Teilnehmern eine Woche später griffen die Einsatzkräfte nicht mehr ein. Ein Offizier der Staatssicherheit – der Stasi – sagte später dazu: „Am 9. Oktober überstieg die Zahl der Demonstranten alles, was man erwartet hatte. Noch nie sah man in der DDR so viele Menschen mit einer so eindeutigen Ausrichtung gegen das Herrschaftssystem. "
Am 18. Oktober trat Erich Honecker, der Staatschef der DDR, zurück und am 9. November 1989 wurde die Mauer geöffnet – nachdem sich wenige Tage zuvor noch mal 300. 000 Menschen in Leipzig und 500. 000 in Berlin versammelt hatten. Die Montagsdemonstrationen wurden noch bis zu den ersten freien Wahlen im März 1990 fortgesetzt.
2016/4/27 12:24:34
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