2015-11-19
Im Beijinger Südbahnhof bereitet sich Zugführer Hou Yaohua auf die Abfahrt vor. Neben Anmeldung per Fingerabdruck muss sich jeder Zugführer vor Beginn der Arbeit überdies einem Alkoholtest unterziehen. Eine Stunde vor Abfahrt betritt Hou die Fahrerkabine und testet die Anlagen.
Die Fahrerkabine des Hochgeschwindigkeitszugs " Harmonie" ist mit Spitzentechnologien ausgestattet. Die tiefgraue Kontrollkonsole gleicht der einer Pilotenkabine. Einer Sicherheitsregel zufolge muss der Fahrer alle dreißig Sekunden ein Signal geben, das seine Konzentrationsfähigkeit bestätigt. Das kurvige Glas zur Geschwindigkeitsreduzierung dient überdies der Verhinderung von Schwindelgefühl. Eine solche Fahrerkabine wäre noch vor drei Jahrzehnten unvorstellbar gewesen, so Hou Yaohua.
" Mein Vater hatte einen Dampflockführerschein. Er fing 1962 als Lockheizer an. Mit einer großen Schaufel schüttete er täglich Kohle in den Herd. Ich folgte ihm mit meinem 16. Lebensjahr in diesen Beruf. Damals war schon der elektronische Herd eingeführt worden. "
Angefangen hat Hou Yaohua als Reinigungspersonal bei der Bahn. Dann arbeitete er 15 Jahre lang als Zugführer und führte zehn verschiedene Zugmodelle, bevor er schließlich den Führerschein für Hochgeschwindigkeitszüge erhielt.
Hou Yaohua gehörte zu der ersten Gruppe des Fahrpersonals für Chinas Hochgeschwindigkeitslinie Beijing-Tianjin, die 2006 rekrutiert wurde. Bei der Beherrschung der neuen Technik nutzen ihm seine jahrelangen Erfahrungen als Zugführer. Doch musste er sich unerwarteten Herausforderungen stellen. Hou erzählt:
" Hochgeschwindigkeitszüge hatten eine gänzlich neue Technik. Meine bisherigen Kenntnisse waren vergleichsweise veraltete, so dass ich noch mal ganz von vorne anfangen musste. Rund acht Bücher musste ich lesen und verinnerlichen. "
Wenngleich die Bedienung der modernen Hochgeschwindigkeitsanlagen sehr kompliziert war, gab Hou Yaohua nicht auf.
" Als Güterzugführer durfte ich damals in Bergregionen nur 40 Kilometer pro Stunde fahren. Ich beneidete damals schon die Passagierzugführer, die 100 und später auch 120 Kilometer pro Stunde fahren durften. Ende der 1990er Jahre erhöhte die chinesische Bahn die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 160 Kilometer pro Stunde. Mit der Inbetriebnahme von Hochgeschwindigkeitszügen im Jahr 2007 erreichte die Geschwindigkeit schließlich eine Rekordhöhe. Erwartungsgemäß wird auch in Zukunft dieser Trend beibehalten werden können. "
Hochgeschwindigkeitszugführer werden humorvoll auch „Piloten am Boden" bezeichnet. Derzeit gibt es in Beijing über 2000 Hochgeschwindigkeitszugführer wie Hou Yaohua. Die Anzahl soll weiter ausgebaut werden.
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