2015-06-29
Usedom - eine Ostseeinsel, zwei Länder.
Im Sommer erholen sich die Menschen hier und dort: Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck auf der deutschen Seite - Swinemünde oder Swinoujscie auf der polnischen Seite. Der Grenzverlauf - ein Folge des zweiten Weltkrieges. Heute ist die Grenze kaum spürbar. Es ist Sommer 2011. Der neue Radweg zwischen Swinemünde und Ahlbeck wird gerade fertiggestellt. Bauarbeiter montieren eine Skulptur direkt auf der Grenzlinie. Polizei und Kontrollen gibt es nicht. Die Grenze erkennt man nur an farbigen Pflastersteinen. Die Urlauber radeln oder spazieren von der einen Seite auf die andere.
Ich genieße es, muss ich ehrlich sagen, weil. . . ohne Grenze, ohne irgendein Hindernis, ohne sich ausweisen zu müssen, einfach gehen zu können, das empfinde ich einfach sehr sehr schön.
Nur noch zwei Tage, dann wird der deutsch-polnische Radweg auf der Insel offiziell eingeweiht. Die Urlauber genießen die neue Freiheit. Die Grenze ist weg! Aber nun spüren die deutschen Touristen eine andere Barriere.
Die Sprachbarriere - ich kann jetzt kein polnisch und es wird einem hier einfach gemacht, da der Großteil hier deutsch spricht, aber ich als Deutsche jetzt wirklich nicht polnisch verstehe.
Also es gibt keine Grenze, es gibt keine Barriere außer die Sprache. . .
ja.
Und Sie genießen Ostsee auf polnischer Seite und auf deutscher Seite?
Genau. Wir sind jetzt in Heringsdorf und ham jetzt mal ein Ausflug gemacht hierher und ich genieß das beides. Also ich find das ganz toll, ja.
Aber am Strand ist das doch ein bisschen anders. Wenn man vorn am Wasser ist. Auf der polnischen Seite ist es lebendiger, lauter. . . mehr Kinder. . .
Na, mehr Kinder hab ich jetzt nicht so das Gefühl. Ansonsten find ich es schon lebendiger, mehr Leute auf engerem Raum Uns ist grad vorhin aufgefallen, dass auf der deutschen Seite, die Leute etwas beleibter sind.
Die Deutschen sind dicker?
Ja so könnte mans auch sagen.
Am polnischen Strand liegen die Familien eng und dicht am Wasser Das polnische Stimmengewirr ist laut und fröhlich. In Ahlbeck, nur wenige hundert Meter weiter sieht man vor allem Strandkörbe. Die besten Plätze sind bei den Dünen. Gesprochen wird deutsch. Dafür gibt es polnische Stimmen an der Strandpromenade, in Supermärkten. Polnische Taxifahrer stehen vor den Hotels. Aus den Küchen der Hotels hört man Stimmen mit polnischem Akzent. Auf der Seebrücke treffe ich Benny und Sophie. Junge Leute aus Ahlbeck. Ich frage sie nach ihrem Kontakt zu den polnischen Nachbarn.
Naja allein, dass die beim Einkaufen überall zu sehen sind.
Was ist hier besser zum Einkaufen für die Polen?
Waschmittel und so was, ja und so Kosmetik und so - das ist teuer in Polen.
Ja, es arbeiten auch viele Polen hier auf der Insel. . .
Was zum Beispiel?
Kellnern in Gaststätten. Überall eigentlich.
Ihr wohnt hier in Ahlbeck -geht ihr zum Baden oder zum Einkaufen auch manchmal nach Swinemünde?
Nein - eigentlich. . . zum Tanken nur.
Habt ihr viele Kontakte rüber auf die polnische Seite?
Nee - ein paar, beim Handball halt.
Ihr habt Mitspieler aus Polen oder ihr macht Turniere in Polen.
. . . na haben Mitspieler . . . versteht man sich auch . . . da is ein normales Verhältnis, kumpelhaft auch.
Und die sprechen Deutsch oder ihr sprecht polnisch?
Beides.
Echt.
Also hab ich drei Jahre gelernt.
Ein Alphorn erklingt auf der Seebrücke in Ahlbeck - doch es ist keiner der unzähligen Straßenmusiker die es abends auf deutscher und polnischer Seite gibt. Das Blasinstrument aus den Alpen und eine Trommelgruppe aus Berlin werben für das Usedomer Musikfestival.
Die Musiker ziehen laut trommelnd an den Badegästen vorbei. Zum Festival gehören auch Schulkonzerte an den Grundschulen hier und dem Gymnasium auf dem polnischen Teil der Insel - in Swinoujscie oder Swinemünde.
2015/7/1 4:03:46
2015/7/2 7:13:17
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