2015-08-23
Morgens um kurz vor zehn im großen Hörsaal des Mathematikgebäudes der TU Berlin. Gerade ist die Vorlesung " Organische Chemie für Hörer anderer Fakultäten" zu Ende gegangen.
Unter den Studierenden sind auch Tim Zander und Theresa Staudacher, 19 und 18 Jahre alt. Sie besuchen als eingeschriebene Studierende Lehrveranstaltungen wie alle anderen auch.
Was sie jedoch unterscheidet: Sie absolvieren die letzten Wochen ihres Schnupperstudiums MINT grün und haben ein Jahr lang ausprobiert.
Ob ein Studium im ingenieurwissenschaftlichen, mathematischen oder naturwissenschaftlichen Bereich überhaupt das Richtige für sie wäre.
Tim Zander: " Das Angebot, mal auszuprobieren, fand ich super, weil ich mir nicht gleich nach dem Abitur, mit 18 Jahren, riesigen Druck aufbauen und voll anfangen wollte zu studieren, sondern erstmal ruhig gucken.
Und dann nach einem Jahr weiß ich, was ich machen will, dann bin ich auch motiviert, weil ich weiß, auf was es hinausläuft.
Und das heißt: Wissen, was studiere ich danach. Ich habe Chemie mir angeguckt, dann habe ich mir Mathe angeguckt.
Dann habe ich mir Mikrobiologie angeguckt, das war richtig super, hat mich sehr überzeugt.
Theresa Staudacher: " Ich hatte Mathe und Chemie-LK. Und das hat mich total interessiert. Aber ich wollte eben nicht Mathematik studieren oder reine Chemie. Und ich hatte gar keine Ahnung, was es sonst noch gibt. "
Inzwischen weiß Theresa Staudacher, welche Anforderungen der Uni-Alltag bereit hält: " Ich habe Vorlesungen, dann Tutorien.
Und ich habe auch MINT grün-Labore, die extra angeboten werden. Und man muss Hausaufgaben machen. So ein ganz normaler Studienalltag, den lernt man auch bei MINT grün halt kennen. "
Die Studierenden auf Probe können zwar bereits Leistungspunkte erwerben und für ein späteres Fachstudium anrechnen lassen. Im Vordergrund des Orientierungsjahrs steht jedoch der Realtiätscheck.
Denn viele Studienanfänger in den MINT-Fächern erleiden einen Schock, wenn sie in den Grundlagenvorlesungen mit Mathematik, Physik oder Chemie konfrontiert werden, die nichts mehr mit dem vertrauten Schulstoff zu tun hat.
Die Folge: Die Studienabbrecherquoten liegen in den Ingenieurstudiengängen im Schnitt noch immer bei 40 Prozent.
Tim Zander kommt zwar mit fast allem gut zurecht, hat nun aber realistischere Vorstellungen von den getesteten Fächern.
Auch weil das Studienjahr intensive Betreuung und viele praktische Übungen vorsieht.
Tim Zander: " Durch MINT grün habe ich dann mitbekommen, wie die Studiengänge Lebensmitteltechnologie und Biotechnologie in der Praxis sind,
Dadurch dass ich verschiedene Praktika und zudem auch noch ein Projekt mitmachen konnte.
Und habe dabei entdeckt, dass Biotechnologen und Lebensmitteltechnologen größtenteils im Labor arbeiten - was für mich nichts wäre.
Theresa schwankt noch zwischen Maschinenbau oder Verfahrenstechnik: " Aber ich weiß auch, dass Studieren genau das Richtige für mich ist.
Das ist so die größte Erkenntnis - und dass MINT genau das ist, was ich will. "
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