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[每日听力]想念风景如画的海德堡,你呢?

2016-08-27

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Heidelberg:Gefühl und Verstand

Ist man nicht in Heidelberg geboren, gibt es dennoch viele Gründe hierherzukommen. Forscher finden an den Instituten der Universität hervorragende Bedingungen, und Künstler inspiriert die romantische Umgebung.


Friedrich Ebert (1871 – 1925)


Der in Heidelberg geborene sozialdemokratische Politiker Friedrich Ebert war von 1919 bis zu seinem Tod im Jahr 1925 der erste Präsident der Weimarer Republik. Aufgewachsen ist er in einer kleinen Dreizimmerwohnung in der Heidelberger Altstadt, in der er mit seinen Eltern und fünf Geschwistern lebte. Heute befindet sich dort die Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte.


Der Sohn eines Schneiders entschied sich nach der Volksschule zunächst für eine handwerkliche Ausbildung und wurde Sattler. Nach seiner Lehre ging Ebert, entsprechend der Handwerkstradition, auf Wanderschaft. Zu dieser Zeit begann auch sein politisches Engagement für die Arbeiterklasse.


Er wurde Mitglied der SPD und hielt leidenschaftliche Reden, in denen er sich für den Aufbau gewerkschaftlicher Organisationen starkmachte. 1891 endete seine Reise in Bremen, wo er 14 Jahre blieb und u. a. als Redakteur und als Gastwirt tätig war.


In Bremen begann auch seine politische Karriere – erst als Partei- und später auch als Fraktionsvorsitzender der Bremer SPD. Bald stieg er in der Parteihierarchie weiter auf. 1912 wurde er in den Berliner Reichstag gewählt und 1913 Nachfolger von August Bebel als SPD-Parteivorsitzender.


Nach dem Ende des ersten Weltkriegs 1918 wurde Ebert in Folgeder Novemberrevolution, die er im Grunde ablehnte, zum Reichskanzler ernannt. 1919 wählte ihn die Nationalversammlung zum Reichspräsidenten und damit zum mächtigsten Mann der Republik.


Friedrich Eberts Denken und Handeln waren eher pragmatisch als ideologisch geprägt; Veränderungen im Sinne der Arbeiterklasse sollten für ihn stets im bestehenden parlamentarisch-demokratischen Rahmen geschehen.


So unterstützte er 1919 das gewaltsame Vorgehen gegen die Aufstände der Linken, die sich gegen die Republik richteten. Für diese wie für andere politische Entscheidungen wurde Friedrich Ebert scharf kritisiert – mal vom extremen rechten, mal vom linken Lager, aber auch von seiner eigenen Partei.


1925 starb er im Alter von 54 Jahren in Berlin an den Folgen einer Blinddarmentzündung. Mit seinem Tod verlor die Weimarer Republik eine ihrer wichtigsten Stützen. Eberts Grab kann man auf dem Heidelberger Bergfriedhof besuchen.


Carl Bosch (1874 – 1940)


Carl Bosch war ein erfolgreicher Heidelberger Wissenschaftler und Industrieller. Er leitete die Industriekonzerne BASF und I. G. Farben und erhielt 1931 den Chemie-Nobelpreis. Aufgrund seines Engagements für Wissenschaft und Forschung wurde er 1937 Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, der heutigen Max-Planck-Gesellschaft.


Bosch studierte Maschinenbau und Chemie und kam 1899 zu den BASF-Werken im 25 km von Heidelberg entfernten Ludwigshafen. Hier entwickelte er, zusammen mit Fritz Haber, ein Verfahren zur Herstellung des Stoffes Ammoniak, den Deutschland für die Produktion von Dünger und Sprengstoffen benötigte. Haber erhielt 1918 den Chemie-Nobelpreis für das Verfahren im Labor, und 13 Jahre später erhielt Bosch den Nobelpreis für die Umsetzung dieses Verfahrens in großen Industrieanlagen.


1925 wurde Carl Bosch Vorstandsvorsitzender des neu gegründeten Chemiekonzerns I. G. Farben, der den Nationalsozialisten in den kommenden Jahren unter anderem Chemikalien für die Waffenproduktion lieferte. Geschäftlich profitierte Bosch also von den Nationalsozialisten.


Auf der anderen Seite warnte er vor einer wirtschaftlichen und politischen Isolation Deutschlands und lehnte den Antisemitismus der Nazis strikt ab. So setzte er sich bei Adolf Hitler für den Verbleib jüdischer Wissenschaftler in Deutschland ein – allerdings ohne Erfolg. Auch sein jüdischer Kollege und Freund Fritz Haber konnte nicht mehr nach Deutschland zurückkehren und starb 1934 im Exil.


Carl Bosch zog im Jahr 1923 in eine Villa in Heidelberg, die die BASF dort für ihn erbaut hatte. Die Villa Bosch steht heute unter Denkmalschutz, und nur wenige hundert Meter entfernt informiert das Carl-Bosch-Museum über Leben und Schaffen des Chemikers.


In seiner Freizeit widmete sich Bosch der Naturbeobachtung. Er sammelte nicht nur Insekten und Pflanzen, sondern war auch Mitbegründer und Förderer des Heidelberger Zoos.


Hilde Domin (1909 – 2006)


Sie war schon über 40, als sie ihr erstes Gedicht schrieb – und sie wurde eine der bekanntesten und beliebtesten deutschen Lyrikerinnen. Hilde Domin, die eigentlich Löwenstein und nach ihrer Heirat Palm hieß, wählte das Pseudonym „Domin" als Dank an ihr langjähriges Exil Santo Domingo in der Dominikanischen Republik.


Im Alter von 20 Jahren kam die gebürtige Kölnerin das erste Mal nach Heidelberg, um dort an der Universität Jura zu studieren. In der Mensa im Heidelberger Marstallhof – die es auch heute noch gibt – lernte sie den jüdischen Studenten Erwin Walter Palm kennen und verliebte sich in ihn.


1932 gingen beide für ein Auslandsstudium nach Rom – und blieben sieben Jahre dort, weil in Deutschland 1933 die Nationalsozialisten an die Macht gekommen waren. Später flohen sie weiter nach England und gingen von dort aus in die Dominikanische Republik.


Über zwei Jahrzehnte lang verbrachten sie im Exil, während dieser Zeit stand Hilde Palm im Schatten ihres Mannes. Sie arbeitete als seine Übersetzerin und Sekretärin und verdiente zusätzlich Geld als Deutschlehrerin.


Vielleicht waren es ihre Ehekrise, die Einsamkeit und schließlich die Depressionen, die die Ehefrau Hilde Palm zur Schriftstellerin Hilde Domin machten. Erst 1951, nach dem Tod ihrer Mutter, fing sie an, ihre Gefühle in Lyrik auszudrücken. Und so schrieb sie ihr erstes Gedicht „Inselkäfigexistenz".


1954 kehrte das Ehepaar Palm nach Deutschland zurück, und innerhalb weniger Jahre wurde Hilde Domin zu einer der bedeutendsten deutschen Schriftstellerinnen, die mit zahlreichen Preisen geehrt wurde. Sie veröffentlichte autobiografische Texte, einen Roman und wissenschaftliche Essays.


Am berühmtesten aber waren ihre Gedichte, die in über 20 Sprachen übersetzt wurden. Das Thema ihres Werks war das Exil, und doch ging es um viel mehr. Hilde Domin schrieb in klarer Sprache über Protest, sie dichtete über das Lieben und Geliebtwerden und wendete sich gegen Hartherzigkeit und Opportunismus.


1961 zog sie mit ihrem Mann nach Heidelberg, wo sie als freie Schriftstellerin lebte und 2004 – im Alter von 95 Jahren – zur Ehrenbürgerin der Stadt ernannt wurde.


Gunther von Hagens (1945 – )


Die öffentlichen Diskussionen um Gunther von Hagens Ausstellung „Körperwelten" waren sehr emotional. Ein rennender Basketballspieler, ein Paar, das sich umarmt, eine schwangere Frau mit ihrem achtmonatigen Fötus, der durch den geöffneten Bauch zu sehen ist – diese Menschen haben einmal gelebt und sind nun Teil der Ausstellung.


Während seiner fast 20-jährigen Zeit an der Universität Heidelberg hat der Mediziner Gunther von Hagens das Verfahren erfunden, mit dem dies möglich ist: die Plastination. Hierbei wird die Verwesung nach dem Tod eines Menschen gestoppt, so dass der Körper erhalten bleibt. Von Hagens' Verfahren wird heute weltweit für medizinisch-didaktische Zwecke verwendet.


Seit 1995 zeigt die Körperwelten-Ausstellung Menschen, die zugestimmt hatten, sich nach ihrem Tod plastinieren zu lassen. Die Arbeiten des Anatoms sorgten gleichermaßen für Empörung und Faszination. Darstellungen wie zum Beispiel die eines Paares beim Sexualakt wurden als unethisch kritisiert. Trotzdem ist die Wanderausstellung mit über 34 Millionen Besuchern eine der erfolgreichsten weltweit.


Das Leben des exzentrischen Mediziners war sehr bewegt: Als Kind verbrachte er wegen einer Blutkrankheit viele Monate im Krankenhaus; während seines Studiums in der DDR galt er als kreativer Sonderling.


Im Alter von 23 Jahren kam er für seinen Versuch, aus Ostdeutschland zu flüchten, für zwei Jahre ins Gefängnis. Auch sein beruflicher Erfolg war – neben der heftigen Kritik an seinem Werk – von einigen Skandalen begleitet. So wurde ihm 2004 vorgeworfen, dass er chinesische Hinrichtungsopfer für seine Plastinationen verwendete – was jedoch nie bewiesen wurde.


Seit 2010 gibt es neben der menschlichen Körperweltenausstellung auch eine Ausstellung mit Tieren, bei der sogar ein Elefant zu sehen ist. Und auch im Film hat sich der Heidelberger Anatom verewigt: Im James-Bond-Film „Casino Royale" sieht man Gunther von Hagens als Gastdarsteller in seiner Körperwelten-Ausstellung.

Hong
沙发
Sehr schoen👏

2016/8/29 14:50:12

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A.-Dong rui🌀nan
板凳
Sehr schönen 应该这么写吧

2016/9/8 7:29:40

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o3o兜兜

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