2016-11-11
Es gibt Dinge, da setzt die Vernunft aus. Zum Beispiel mein Mann, wenn er Bier trinkt.
Er nimmt sich vor am Abend eines langen Tages nur ein kleines Bier zu trinken. Als Belohnung für den Tag, zur Entspannung. . . einfach, weil er es sich verdient hat. Allein bei dem Gedanken bekommt er schon Appetit.
Wenn dann der Wirt das Bier zapft, wenn sich die Krone bildet, wenn außen am Glas die Perlen verraten, dass das Bier schön kalt ist, dann bekommt mein Mann eine trockene Zunge vor Freude auf das eine Gläschen. . . man prostet sich zu und - statt nun jedes Schlückchen zu genießen - stürzt er sein Bier hinunter und winkt dann sofort Richtung Theke. Das bedeutet - es kommt noch ein Bier und dann noch eins und dann noch eins.
So was kennen wir Frauen auch. . . vom Schuhe kaufen.
Wir gehen nur mal in die Stadt. Wir wollen ja gar nichts, nur bummeln. Nur mal schauen. Im Schaufenster vom Schuhladen stehen ein paar interessante Stiefel. . . sind zwar sündhaft teuer aber ansehen kostet ja nichts.
Besser schauen kann man natürlich im Geschäft - und wenn wir einmal schauen, dann werden wir ja auch mal fühlen dürfen, wie weich das Futter ist, ob die Absätze taugen, ob die Passform stimmt. . . ja und das probiert man doch am besten, indem man nur kurz in die Stiefel hineinschlüpft. Zufällig gibt es diese Stiefel auch in der richtigen Größe und wir werden also nur mal so, ganz ohne Absicht, die Stiefel anprobieren und feststellen, dass sie traumhaft sind, viel besser als das, was wir als Stiefel zu Hause haben. Doch die Erinnerung an den heimischen Schuhschrank verschwimmt. Wir wissen gar nicht genau, besitzen wir wirklich schon Stiefel? Falls ja, dann können es nur alte schäbige Stiefel sein. Und während diese Gedanken kommen und gehen, schauen wir uns selber zu, wie wir die Kreditkarte auspacken, zur Kasse gehen und mit einem abwesenden Lächeln die Karte über die Ladentheke schieben. . .
„Sie nehmen alle drei Paar?", fragt die Verkäuferin.
Oh, tatsächlich, da hab ich doch noch ein Paar Halbschuhe und die Pumps auf den Ladentisch gelegt. Hatte ich die wirklich alle anprobiert? Außer mir steht niemand an der Kasse. Dann wird's wohl so sein! Die Anzeige leuchtet auf. Da steht eine Summe, ich sehe Ziffern, aber sie sagen mir nichts - ich muss ja auch nur unterschreiben. Und weil ich so mutig bin, kaufe ich auch gleich noch eine passende Lederpflege und zwei Bürstchen. Auf der Straße ist mir schwindlig. Das ist vielleicht Hunger oder es ist plötzlich frisch geworden. . .
Ein paar Tage später kommt Post von meiner Bank. Der Kontoauszug. Mir wird schlecht. Ich werde blass. Ich schwanke Mein Mann sieht das, hält mich fest und sagt: Ich kenne das - nach dem Rausch kommt der Kater!
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