2015-07-13
Durch Rohre kommt heute auch das Erdgas zu uns geströmt.
Ein Drittel aus Russland, zwei Drittel aus Holland, Dänemark, England und aus Deutschland selbst.
Ein Labyrinth aus bundesweit 400. 000 Kilometer Gasleitungen.
Genug Röhren, um sie zehnmal um die Erde zu verlegen.
Aber wer kontrolliert eigentlich, ob es irgendwo ein Leck im System gibt?
Pilot Martin Hubmacher und Ingenieur Dr. Axel Scherello haben einen ungewöhnlichen Job.
Für einen der großen Energiekonzerne überprüfen sie 12. 000 Kilometer meist unterirdische Gasleitungen auf Lecks.
Aus der Luft, wie hier über Essen und dem Ruhrgebiet.
Ein Infrarot-Laser erfasst kleinste Methankonzentrationen.
Und Erdgas besteht aus bis zu 90 Prozent Methan.
Das System heißt CHARM, und es schickt unaufhörliche Impulse von infrarotem Laserlicht zum Boden.
Sogar direkt neben der Krupp-Villa Hügel.
Methan absorbiert bestimmte Wellenlängen des Laserlichts.
Glücklicherweise gibt der Laser fast immer falschen Alarm.
Da haben wir eine Meldung, eine Gasmeldung.
- Hast du was gesehen? - Nein.
Wir sind hier über Schrebergärten.
Ein Gasspürer schafft am Tag 6 bis 8 km.
Das CHARM-System schafft ungefähr 240 km pro Tag.
Was wir entdecken sehr häufig sind Methanausdünstungen aus der Landwirtschaft, irgendwelche Güllegruben.
Kühe beim Wiederkäuen erwischen wir mit unserem Laser.
Aber auch Ausdünstungen aus vielen lndustrien.
Grubengas, zum Beispiel, Klärgase erzeugen bei CHARM eine Meldung.
Auch die Meldung, die der Laser an den Kühltürmen der Steinkohlekraftwerks Gelsenkirchen abgibt, hat eine einfache Erklärung.
Kein Wunder! Wenn man direkt nach unten guckt, haben wir da nichts als Kohle liegen, die halt ausgast.
Echte Gaslecks bleiben die Ausnahme.
Und auch Kohle- und Schwerindustrie Muss man im Ruhrpott inzwischen beinahe suchen.
Aus der Luft bricht Deutschlands alte Industrieregion die Erwartungen.
Das Ruhrgebiet: Deutschlands größte Stadt. Oder mehrere.
Am Horizont glühen die Bürotürme von Dortmund.
Die große weiße Halle davor liegt schon in Bochum.
Rechts kommt gerade Essen ins Bild.
Die Fabrikhallen vorne liegen in Oberhausen.
Und wir schweben über der Ruhr bei Duisburg. Fünf Millionen von uns leben hier.
Aber von oben sieht der Ruhrpott eher aus wie ein risengroßer Park.
Von oben zeigen die Städte ihre wahren Baupläne.
Wir leben mal in geometrischen angelegten Quadranten, und dann wieder in einem anarchischen Durcheinander von Gassen, Anbauten und Querflügeln.
Selbst Kleinstädte mit 10. 000 Einwohnern sind heute immer noch größer als die meisten der ganz großen deutschen Städte im Mittelalter.
Köln war eine Zeit lang mit gerade Mal 35. 000 Menschen, die größte Stadt im ganzen Heiligen Römischen Reich.
Nicht nur Rund um den Dom leben wir heute übereinandergestapelt und ärgern uns über die Nachbarn.
Bei allem Dreck und Staub wie hier im letzten Stahlwerk Duisburgs, erst die Industrialisierung hat unseren Wohlstand erzeugt.
Erst seit es Maschinen und Stahl gibt, leben wir zu Hunderttausenden in Städten.
Mit Eisenbahn und der Industrialisierung wuchsen alle Städte.
Viele aber explodierten.
Essen und Dortmund schossen von 6. 000 auf 600. 000 Einwohner.
Aber keine Stadt in Deutschland profitierte vom Wachstumsrausch so sehr wie ein damals etwas langweiliges Städtchen an der Spree.
Mit der Industrialisierung beginnt in der ersten Phase sowas wie eine Art Nachverdichtung.
Innerhalb der Stadtmauern werden die noch freien Flächen bebaut.
Mit kleinem Gewerbe, mit Manufakturen.
Und mit Beginn der Hochindustrialisierung erweitert sich dann der Dunstkreis oder der Umfang der Städte.
2015/7/23 22:36:24
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