2015-11-29
Der kleine grüne Steine-Sammler
" Kann ich mir Dein Sieb ausleihen? " , fragte Marvin.
Marvin war fünf Jahre alt und hatte mit seinen Eltern den Strandkorb nebenan gemietet.
Lisa kannte Marvin schon seit drei Tagen, manchmal spielten sie miteinander.
Lisa war auch fünf.
" Wofür brauchst Du denn mein Sieb, damit wollte ich auch grade spielen" , sagte Lisa.
" Ich finde nicht mehr genug Steine" , antwortete Marvin.
" Darum will ich den Sand sieben, dann bleiben Steine im Sieb liegen.
So findet man sie leichter. " Lisa fand das seltsam.
" Wofür brauchst Du denn so viele Steine? "
" Meensch, bist Du aber neugierig, Du willst wohl alles wissen? " , sagte Marvin.
" Ja, ich bin ja auch bald ein Schulkind, und dann muss ich ganz viel wissen! " , antwortete Lisa trotzig.
Die Antwort ließ Marvin gelten.
Er war ja selbst auch bald ein Schulkind.
Den Schulranzen hatte er sich schon ausgsucht, einen blauen mit Dinosauriern drauf.
Aber der stand zuhause in seinem Kinderzimmer, und jetzt waren ja Ferien.
Ostsee-Ferien.
" Die Steine brauche ich für den Steine-Sammler, wofür denn sonst! " , erklärte Marvin also.
" Was soll denn das sein, ein Steine-Sammler? " , fragte Lisa.
Marvin guckte ganz ungläubig: " Was, Du kennst den kleinen grünen Steine-Sammler nicht? " , fragte er.
" Den kennt doch jedes Kind. Der hüpft hier abends über den Strand und guckt, ob die Kinder kleine Steine-Haufen für ihn gesammelt haben" .
" Und was macht er damit? " , fragte Lisa.
" Na, die klopft er auf" , sagte Marvin.
" Mit seiner kleinen eisernen Spitzhacke haut er die Steine entzwei und guckt, ob da was Versteinertes drin ist.
Ein Dinosaurierknochen oder eine ganz alte Mücke oder Dinosauriergrashalme" .
Lisa glaubte Marvin kein Wort.
" Was versteinertes im Stein? Das gibt? s ja gar nicht.
Und einen kleinen grünen Steinesammler gibt es auch nicht! " , sagte sie.
Weil Marvin aber seit drei Tagen ihr Freund war, gab sie ihm trotzdem das Sieb.
Und damit er nicht vergaß, es ihr nachher wiederzugeben, half sie ihm vorsichtshalber beim Sand-Sieben.
Sie siebten den ganzen Nachmittag fleißig Sand.
Nur wenn die Eltern ein Eis vorbeibrachten, machten sie eine Pause.
Eine Eis-Pause muss ja mal sein.
Am Ende hatten sie einen ordentlichen Haufen Steine gesiebt.
Das war anstrengend, hat aber auch Spaß gemacht.
Einen Stein, den Lisa besonders schön fand, hat sie sich in die Hosentasche gesteckt.
Wäre doch zu schade, wenn der Stein-Sammler den kaputthaut.
Die andern haben sie am Strand liegenlassen.
" Schade, dass wir den kleinen grünen Steine-Sammler die ganze Zeit nicht gesehen haben" , meinte Lisa.
" Der könnte sich ja wenigsten bedanken, dass wir ihm so viele Steine gesammelt haben" .
Marvin erklärte noch mal: " Der kommt ja auch erst Abends, nach dem Sandmännchen, wenn alle Kinder schon im Bett sind!
Dann holt er sich die Steine. "
Als sie zusammen zurück zum Hotel gingen, dreht Lisa sich noch einmal um.
Es war schon spät.
Und da sah sie ganz kurz ein komisches kleines grünes Wesen, das um ihren Steinhaufen herumhüpfte.
Es schien sich ganz doll zu freuen.
Und dann hörte Lisa auch noch ein ganz leises " Dankeschön" .
Aber vielleicht war das auch bloß der Wind.
Gute Nacht!
2015/11/29 17:59:22
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