2016-03-25
Lernen und Integration
In Deutschland bestimmt oft die Herkunft, welche Schule ein Kind besucht. Für Migranten ist das nachteilig.
Forscher schlagen vor, in Schulen mehr Verständnis für die verschiedenen Kulturen zu wecken.
Sprecher:Der 14-jährige Muhammad aus Berlin-Neukölln gilt als Problemkind. Er hasst seine Schule. Im Unterricht kommt er meistens nicht mit.
Oft versteht er die Wörter nicht, die seine Lehrer benutzen. Aber das zuzugeben, ist ihm peinlich. Also schweigt er im Unterricht oder spricht mit seinem Sitznachbarn Ali auf Türkisch.
Muhammad und seine Geschichte sind frei erfunden. Aber Jugendliche wie ihn gibt es überall in Deutschland.
Sie wohnen in Stadtvierteln, in denen mehr die Muttersprache als Deutsch gesprochen wird, und sie besuchen Schulen, in denen es kaum deutsche Schüler gibt.
Denn diese gehen lieber auf andere Schulen.
Bildungsexperten haben dafür einen Fachbegriff geprägt: „Bildungssegregation" . „Segregation" bedeutet „Trennung" , hier also die Trennung von Schülern nach sozialer und ethnischer Herkunft.
An Schulen wie der Bertolt-Brecht-Gesamtschule in Bonn bemüht man sich, die Kinder, die Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache haben, besonders zu fördern.
Mehr als ein Drittel der rund 1400 Schüler haben einen „Migrationshintergrund" , sind also Nachkommen von Menschen, die nach Deutschland eingewandert sind.
Einige dieser Schüler leben noch nicht lange in Deutschland, andere sind hier geboren, sprechen aber zu Hause mit ihren Eltern überwiegend in der Muttersprache. Die Bertolt-Brecht-Gesamtschule reagiert darauf, wie Schulleiter Reinhold Pfeifer erläutert, so:
Reinhold Pfeifer:„Das heißt für uns, dass wir sofort in den Klassen 5 und 6 beginnen mit erweiterten Förderungen mit der deutschen Sprache.
Wir machen das so, in den Klassen 5 und 6, dass wir jeweils im Deutschunterricht auf verschiedene Stunden zwei Kolleginnen beziehungsweise Kollegen setzen.
Die dann in einem sogenannten individuellen Förderunterricht – oder bei guten Schülern ‚Forderunterricht' – , einzelne Kinder während des Deutschunterrichts aus der Klasse herausholen, und mit drei, vier, fünf Kindern 'ne eigene Lerngruppe bilden. "
Sprecher:Bereits in den ersten beiden Klassen der weiterführenden Schule, den Klassen 5 und 6, beginnt die Förderung im Deutschunterricht. In bestimmten Unterrichtstunden werden zwei Lehrerinnen oder Lehrer eingeteilt.
Sie werden – wie es Reinhold Pfeifer formuliert – auf Stunden gesetzt. Die Zusatzlehrerinnen und -lehrer geben den Schülern, die Schwierigkeiten in Deutsch haben, Zusatzunterricht in einer eigenen Lerngruppe.
Und die Schüler, die gut sind, werden zusätzlich gefordert, indem sie beispielsweise entsprechende anspruchsvolle Lernaufgaben bekommen. Reinhold Pfeifer prägt dafür den Begriff „Forderunterricht" .
Neben dem speziellen Deutsch-Förderunterricht bietet die Bertolt-Brecht-Gesamtschule auch eine sogenannte „Internationale Klasse" an. Hier gibt es – wie Schulleiter Reinhold Pfeifer erläutert – eine Besonderheit:
Reinhold Pfeifer:„Dort kommen Kinder hin, ich sag' mal grob, die eigentlich in die Jahrgänge 8 bis 10 kämen. Die sind aber alle zusammen in der Internationalen Klasse, in der fast kein Kind Deutsch spricht.
Wenn nach ein oder zwei Jahren die deutsche Sprache einigermaßen beherrscht wird, gehen diese dann in unser normales System. "
Sprecher:An der Bertolt-Brecht-Gesamtschule gibt es viele Schülerinnen und Schüler, die überhaupt kein oder nur ganz wenig Deutsch sprechen. Sie kommen aus verschiedenen Ländern.
Eigentlich würden sie von ihrem Alter her in die Mittelstufenklassen 8 bis 10 gehören. Weil Reinhold Pfeifer keine genaue Festlegung auf eine Klasse trifft, verwendet er das Adjektiv grob.
In der Alltagssprache wird es gern gebraucht, wenn Zahlen nur geschätzt werden. Da diese Schülerinnen und Schüler sprachlich aber dem Unterricht noch nicht folgen können, werden sie erst einmal in einer eigenen Lerngruppe unterrichtet.
Abhängig von ihren Deutschkenntnissen wechseln sie dann nach ein oder zwei Jahren in die entsprechenden Regelklassen, ins normale System. Für diese Schüler werden in den regulären Klassen 8, 9 und 10 immer ein paar Plätze freigehalten.
Die Bildungsexpertin Diana Sahrai, die eine Professur an der Pädagogischen Hochschule FHNW im schweizerischen Windisch hat, findet diese Art der Förderung im Prinzip sinnvoll. Sie hat aber auch Bedenken.
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