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2023-01-26
Eine rote Zipfelmütze, festes Schuhwerk, ein weißer Bart und die Laterne, denn er schuftet im Bergbau.
Das ist er, der Original Gartenzwerg.
Und hier steht seine Wiege, in Greffenroder in Thüringen.
Die Gartenzwergmanufaktur Philipp Griebel ist eine der letzten in Deutschland.
Herrscher in diesem Zwergenland ist Reinhard Griebel, und zwar schon in vierter Generation.
Sein Urgroßvater Philipp Griebel gründete das Unternehmen 1874.
Von seiner Werkstatt aus brach der Zwerg zu seinem globalen Siegeszug auf.
Er stammt aus dem Bergbau als Nachbildung der Bergmänner, als Symbol des Fleißes.
Und im Bergbau hatte man eine Zöpfelmütze auf.
Und diese ging natürlich etwas über diesen Schulterbereich, damit kein Gestein reingefallen ist.
Der Kopf ist normal groß, der Körper ist etwas gedrungen.
Es sind kleinere Menschen.
Und im Bergwerk brauchte man die kleinen Menschen.
Und deswegen auch diese Zwerge als solches.
Zunächst wurden Modelle für verschiedene Berufsgruppen produziert.
Zum Beispiel für die Metzger als Schaufensterdekoration.
Mit Schaufel und Schürze tauchten sie erst Mitte des vergangenen Jahrhunderts in den Privatgärten auf.
Zuerst in den Deutschen und später weltweit.
Immer als Symbol für Fleiß, obwohl sie doch nie wirklich bei der Arbeit helfen konnten.
Die Produktion der Gartenzwerge in Gräfenrode hat sich in den vergangenen 100 Jahren kaum verändert.
Die Figuren aus flüssigem Ton müssen einige Stunden trocknen, bevor die Nähte mit einem Schwamm verputzt werden.
Anschließend werden sie bei mehr als 1000 Grad Celsius gebrannt.
Erst danach werden sie von Hand und mit viel Geduld und Liebe bemalt.
Und das könnte die Zukunft der Zwerge sein.
Eine Geburt im 3D-Drucker.
Den Plan dafür gibt es einfach im Internet zum Herunterladen.
Zum Beispiel für Karl, aktuell das Maskottchen der Bundesgartenschau in Heilbronn.
Dort steht er quasi als der Gartenzwerg der Zukunft.
Er verbindet Tradition mit moderner Technik.
Die Digitalisierung wird unsere Städte verändern, wird unser Leben verändern.
Und deshalb passt unser digitaler Karl, glaube ich, ganz gut in diese gesellschaftliche Veränderung, die im Moment vor uns liegt.
Der frische Wind kommt vielleicht gerade recht.
Denn viele Deutsche wollen gar keinen Gartenzwerge mehr im eigenen Garten.
Er gilt ihnen als Inbegriff von Spießigkeit und Kitsch.
Weil Gartenzwerge echt ein schlechtes Image haben und ich wahrscheinlich, ja, das ist mir ein bisschen peinlich.
Mir hat sich also der Sinn eines Gartenzwergs bisher noch nicht erschlossen.
Ich hab allerdings noch nicht viel Zeit dafür verwendet.
Ich hab noch paar Erbstücke, die setz ich in die Ecke.
Aber ich würd mir keine mehr kaufen.
Dabei ist er einfach typisch deutsch.
Noch immer tummeln sich Millionen Zwerge im Land.
Zurück nach Greffenroda.
Veronika Jäger bemalt die Zwerge hier schon seit mehr als 30 Jahren.
Sie liebt sie auch im eigenen Garten, nur nicht zu viele.
Wenige Auserwählte dürfen sich dort verstecken oder bei ihr faulenzen.
Der Liebling ist mein Felix, der Liegende, weil mein Vater so hieß.
Und der wurde so genannt, ausgerechnet, weil ein besonders schöner mit einem sehr, sehr schönen Gesicht.
Und dadurch ist das mein Liebling geworden.
Aufträge hat Reinhard Grebel übrigens immer noch viele.
Bis nach Frankreich und Schweden schickt er seine Zwerge.
Trotzdem könnte hier bald Schluss sein.
Der Ruhe stand nahe.
Heißt das, dass der Original Gartenzwerge jetzt vom Aussterben bedroht ist?
Ich gebe mir große Mühe, dass es weitergeht.
Mit den kleinen Wichteln, mit der roten Zipfelmütze.
Denn wenn man den Burschen doch in die Augen schaut, warum sollten die aussterben?
Das wäre wirklich heute drum.
Für die Manufaktur sucht er deshalb einen Nachfolger.
Jemanden, der sich auch in Zukunft um die kleinen Zwerge kümmert.
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